Cook Town

Australien und Neuseeland: So viele Eindrücke, so viel gelernt

Drei Monate waren wir in Australien und Neuseeland, davon zehn Wochen auf Achse im Camper und zwei Wochen in Hotels. Nun haben wir die Fotos endlich zusammen gesammelt, mit GPS-Tags und korrektem Zeitstempel versehen und grob sortiert.

Das waren im Prinzip sieben Urlaube hintereinander. Wir schliefen auf 51 Campingplätzen und in 9 Hotels, stiegen auf 15 Schiffe und Boote, fuhren mit fünf Campern 9500 km, Astrid schwamm in 22, ich in 11 Schwimmbädern, wir waren reiten, paragliden, bungeejumpen und unzählige Kilometer Walken, Joggen und Wandern. Die riesige Menge an Eindrücken und Gelerntem konnte ich bislang noch nicht fokussieren und in Blog-Einträge zusammenfassen. Für den Anfang müssen daher ein paar erste Eindrücke reichen.

  • Wenn man durch fünf Zeitzonen fährt – davon eine mit 30-Minuten-Verschiebung – und das Stellen der Kamera-Uhren vergisst, ist es ganz schön mühsam, alle Fotos mit korrektem Zeitstempel zu versehen. Das Eintragen der GPS-Daten jedoch ergab eine tolle Zeitreise durch unsere Erinnerungen.
  • Australien und Neuseeland haben viele und gut gepflegte Campingplätze. Überall gute, meist saubere Waschhäuser, fast überall Münz-Waschmaschinen und große Gemeinschaftsküchen inklusive Kühlschrank. Manchmal sogar wie hier Stellplätze mit Bank und genialer Aussicht. Staatliche Plätze mit dann niedrigerem Preis und schlechterer Ausstattung gibt es aber auch.
  • Auf vielen Plätzen gibt es auch Cabins, wenn man weder Zelten möchte noch einen Camper hat. Von klein und miefig bis zu tollen Bungalows, in denen man gerne viele Tage verbringen möchte.

Natur

  • Sowohl in Australien wie auch Neuseeland sind Vögel allgegenwärtig. Überall gibt es laute, lebenslustige, bunte Vögel. Viele bei uns unbekannte Arten, im Tiefflug angreifende Käsediebe, Kolonien mit schillernden Papageien, langschnabelige Insektenpuler auch in den Städten, Pelikane, Pinguine, Albatrosse, prollige Möven, zutrauliche Enten, …
  • Flughunde hängen tagsüber schlafend oder krakelend in Bäumen und kommen an vielen Orten vor. Weil sie als Krankheitsträger verschrien sind, sollte man sich allerdings von diesen Schlafplätzen fern halten.
  • Der größte Unterschied zwischen bewirtschafteten und naturbelassenen Wäldern ist das undurchdringliche Dickicht aus umgekippten Bäumen und toten Pflanzen.
  • In Australien auch allgegenwärtig: Anzeichen von vergangenen Waldbränden. Ob zum Feuerschutz gelegt oder mit katastrophalem Hintergrund, konnte ich nicht erkennen. Aber spannend, wie die Natur sich weiter entwickelt und teils sogar auf die Buschfeuer angewiesen ist.
  • Alles will einen töten in Australien? Den Eindruck hatten wir glücklicherweise nicht, sondern der Urlaub war im Gegenteil sogar bemerkenswert frei von Ungeziefer jeder Art. Bis auf manchmal, aber der Kollege hier war harmlos, nur etwas erschreckend.
  • Je nach Region sah man viele Kängurus, deren kleinere, zutrauliche Version namens Wallaby oder freundliche Echsen. Leider werden erschreckend viele Tiere überfahren. Roadkill gefühlt im Minutenabstand. Habe eine Zahl von 86.000 Tieren gefunden, die überfahren werden. Und zwar pro TAG.
  • Dagegen nicht so einfach in freier Wildbahn zu finden, sondern nur in Zoos oder Pflegestationen: Tasmanische Teufel, Kiwis, Koalas. Hey, aber wir haben tatsächlich wilde Schnabeltiere gesehen!
  • Wenn man im Hochgebirge unterwegs ist, kann es auch mal kalt werden. Nachts sogar unausweichlich. Und Nächte um 2°C machen in einem Camper ohne Heizung nur begrenzt Spaß.

Die Städte

  • Viele Städte in Australien haben Schwimmbäder direkt am Meer, teils modern, teils so schön marode wie hier, oft mit Spielbereichen für Kids. So schwimmt man trotz hoher Brandung, Giftquallen oder Haien. (Foto: Astrid)
  • Sydney ist die hammergeile Stadt, die man erwartet. Chinatown (wo unser Hotel lag) erinnerte mich streckenweise eher an Taipeh als dass ich mich in einer westlichen Stadt vermutete.
  • Die überraschend in jeder Hinsicht noch geilere Stadt: Melbourne.
  • Wellington war auch cool.
  • Und hervorragenden Kaffee gab es überall, in fast jeder noch so kleinen Bude. Da sind Neuseeland und Australien ganz weit vorne. Ganz weit. (Foto: Astrid)
  • Singapur fällt demgegenüber ab, nicht nur beim Kaffee. Trotz des schönen Skypools.

Fotografieren

  • Schon eine billige Plastikhülle reicht, um ein Smartphone abzudichten und unter Wasser nutzen zu können. Toll beim Schnorcheln.
  • Diese Selfie-Sticks waren überall zahlreich im Einsatz.
  • Wirklich überall.
  • Ein weiteres Ergebnis: Ich habe viel mehr mit dem Smartphone als mit der Kamera fotografiert. Das Phone war immer dabei – die Kamera nur, wenn ich gute Motive erwartet habe. Aufs sorgfältige Fotografieren hätte ich mich zu sehr konzentrieren, mehr Zeit nehmen müssen. Doch ich wollte lieber neue Eindrücke aufnehmen.

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