Rauschverhalten: Samsung Galaxy Note 7

Rauschverhalten: Samsung Galaxy Note 7

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Das Galaxy Note 7 hat die wohl derzeit beste Smartphone-Kamera. Und sie schießt im Raw-Format, DNG genauer gesagt. Da habe ich sie doch mal mit dem Vorgänger Note 4 verglichen sowie meiner Fuji X-E1 sowie dem Panasonic Lumix DMC-CM1.

Ja, die Akkuprobleme des Note 7, tatsächlich traue ich mich seitdem nicht mehr, das Testexemplar von Samsung unbeaufsichtigt zu laden. Tolles Smartphone, ganz oben auf meiner Wunschliste, aber das ist eine andere Geschichte – zu lesen in der nächsten c’t, Ausgabe 20/16, ab 17.9. am Kiosk, da gibts dann den kompletten Test.

Hier soll es um das Rauschverhalten der Kamera gehen, und zwar genauso getestet wie in dem größeren Vergleichstest Systemkamera gegen Smartphone Anfang 2015. Die damaligen Modelle ziehe ich zum Vergleich her: Smartphone Galaxy Note 4, meine Systemkamera Fuji X-E1, Spezial-Kamera-Smartphone Panasonic Lumix DMC-CM1.

Tatsächlich habe ich die bisherige 2016er-Generation von Smartphones nicht getestet. Das Galaxy S7/S7 Edge liegt ungefähr auf dem Niveau des Note 7 hier, etwas schlechter dürfte das Apple iPhone 6S/6S Plus sein. Statt die Modelle nachzuholen, warte ich lieber die neuen ab; das iPhone 7 kommt nun ja auch in ein paar Tagen schon.

Jetzt aber los hier. Das Note 7 belichtet mit der JPG-Automatik toll:

Dann habe ich die Raws eingeschaltet. Zuerst habe ich die nicht gefunden, bis ich gelernt habe, dass die Kamera-App sie im Automatikmodus gar nicht erzeugt. Also Wischen nach rechts in der Kamera, Pro-Modus wählen, sich freuen, dass man auch ISO, Fokuspunkte, Verschlusszeit und ein paar weitere Aspekte einstellen kann, und schon erscheinen auch DNGs im Fotoverzeichnis, zusätzlich zu den JPGs. Die JPGs sind übrigens 3,5 bis 5 MByte groß, die DNGs allesamt 23,2 MByte, wobei ich in der vollen Auflösung von 12 MP (4032×3024 Pixel) fotografiere.

Hier die 1:1-Crops: links vom obigen Automatik-JPG, in der Mitte vom DNG mit ISO100 und handoptimiert in Lightroom, rechts vom DNG mit ISO800 ohne jedes Lightroom-Entrauschen. Zaubern kann der Sensor nicht, aber für Smartphone-Verhältnisse arbeitet er super.

Mein Schluss: Die Raws bringen einen spürbaren Voteil bei schlechtem Licht, wenn man bereit ist, die nötige Handarbeit in Lightroom reinzustecken. Auch für Situationen mit schwieriger Beleuchtung, die nachträgliche Farbtemperatur-Korrekturen erfordern, lohnen sich die Raws. Noch wichtiger ist aber der Pro-Modus des Note 7, in dem man ISO und Verschlusszeit vorwählt. Denn bei hohen ISO-Werten rauscht der Sensor erwartungsgemäß wie Hulle, und manuell mag man niedrigere ISOs hinbekommen als einem die Automatik vorgibt.

Vergleich Note 4, Lumix DMC-CM1, Fuji X-E1

Und nun die Crop-Bilder bei ISO100/DNG im Vergleich zum Vorgänger, zur Systemkamera und dem Kamera-Smartphone:

Und hier nochmal die 1:1-Ausschnitte. Sie zeigen den deutlichen Fortschritt des Note 7 gegenüber dem Note 4 – und dass das Spezial-Smartphone von Panasonic mit dem größeren Sensor jetzt nicht mehr so viel besser abschneidet wie im Vorjahr noch. Die gegenüber dem Note 4 wieder zurückgedrehte Auflösung macht sich also im geringeren Rauschen bezahlt.

Das Note 7 darf hier mit ISO100 ran, wo das Note 4 automatisch auf ISO800 hochging und die Lumix bei besserem als ISO400 verwackelt. Ein wichtiger Baustein zur Qualität des Note 7 ist also offenbar sein guter optischer Stabilisator:

Dann bin ich mal aufs iPhone 7 Plus gespannt, auf diesen Hasselblad-Aufsatz fürs Motorola Moto Z, aufs Sony Xperia XZ. Ich werde versuchen, sie alle mal einen Abend lang für diese Testfotos an Land zu bekommen…