Ausprobiert: Dunst-Filter von Lightroom CC

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Der neue Dunst-Filter von Lightroom entfernt Nebel und den bei hoher Luftfeuchtigkeit entstehenden Dunst – und auch durch Scheiben aufgenommene Fotos verbessert er. Gegenüber dem bisherigen Trick, den Schwarzwert zu senken, schneidet er etwas besser ab.

Lightroom CC 2015 hat einen neuen Regler, „Dunst entfernen“ oder Dehaze genannt, zu finden unter den Effekten, also bei Vignettierung und Körnung. Er ist eine der ersten Funktionen von Lightroom, die nur den Abo-Kunden von Lightroom CC zugute kommt, nicht aber den Nutzern der Desktop-Version Lightroom 6.

Auf den ersten Blick macht der Filter echt was her:

Die Grenzen lassen sich dabei auch erahnen: Wasser bekommt eine seltsame Farbe, der weit entfernte Hintergrund wird blaustichtig. Mit den anderen Farbreglern lässt sich da gegensteuern, beispielsweise mit den Farbreglern, dem Weißabgleich oder den Primärwerten in der Kamerakalibrierung. Kostet aber wieder Zeit und wird nicht optimal – wobei die Fotos allemal besser werden als das verdunstete Original.

Allerdings: Ein ähnlicher Effekt lässt sich erzielen, indem man den Schwarzwert mindert, die Tiefen aufhellt und vielleicht am Kontrast spielt.

Scheibenwischer

Für einen weiteren Zweck eignet sich der Filter gut, nämlich für Fotos durch Scheiben, was bei mir vor allem im Zoo vorkommt. Spiegelungen oder Kratzer bekommt man so nicht weg, aber der Schleier verschwindet. Wie bei den obigen Fotos kriegt man den Schleier auch per Schwarzwert-Anpassung und Tiefenaufhellen weg, doch mit dem Dunstfilter kommt man schneller und wie ich finde ein klein wenig besser zum Ziel. Hier ein Foto mit der Nikon D80 und dem 70-200/2,8 aus dem Zoo Duisburg. Oben ohne Tonwertkorrektur, in der Mitte klassisch (Schwarz -64, Tiefen +31), unten mit Dunstfilter (Dunst +57, Schwarz -27, Tiefen +50).

Hier noch ein Bild mit der Nikon D80 und dem 85/f1,8, links beschnitten, aber ohne Tonwertveränderungen, in der Mitte klassisch am Schwarzwert geschraubt (-53). Rechts dann das Foto mit Dunstfilter (+58), aber auch mit dem Kameraprofil „Vivid“, und dann den Schwarzwert nochmal reduziert. Aufgenommen im Zoo Hannover.

Auch Feuerwerk-Fotos vor allem im Raw-Format soll der Dunstfilter verbessern, schreibt beispielsweise Scott Kelby, was ich jedoch anhand meiner bescheidenen Feuerwerksausbeute nicht bestätigen oder widerlegen kann. Achja, und man kann natürlich auch Nebel hinzufügen, wofür ich bisher keine Verwendung habe.

Fazit

Der Dunstfilter steckt in den Effekten.

Der Dunstfilter steckt in den Effekten.

Klar zeigt sich, dass der neue Filter in komplizierten Situationen mit Dunst, durch Scheiben oder im Nebel ein Gewinn ist. Im Vergleich zur Schwarzwertbeschneidung wirkt er harmonischer und spart Zeit; bei Dunst arbeitet er zudem effektiver als die Schwarzwertbeschneidung.

Doch alleine dafür lohnt sich das Upgrade auf Lightroom CC nicht, denn mit etwas Geduld kommt man schon mit den Reglern in Lightroom 5 zu einem fast genauso guten Ergebnis. Wer den Schwarzwerttrick allerdings nicht kannte, dürfte mithilfe des Dunstfilters noch ein paar Schätze in seiner Fotosammlung heben.